Die Kunstdamenspende 2026
Julius Meinl Kunstfächer – gestaltet von Noushin Redjaian
Am 9. Dezember präsentierten der Kaffeesiederball gemeinsam mit Julius Meinl und der Galerie Ernst Hilger erstmalig im Salon des Künstlerhauses die Kunstdamenspende für den Ball 2026. Die Julius Meinl Kunstfächer zeigen exemplarisch die Verflechtung von Kunst und Kultur mit der Wiener Kaffeehauskultur.
Bereits zum achten Mal übernimmt Julius Meinl die Patenschaft für die Kunst-Damenspende. Maler wie Camille Pissarro oder Edgar Degas gestalteten Fächer, ebenso wie Oskar Kokoschka, der für Alma Mahler Werfel Fächer bemalt hat. Diese Tradition der Künstlerfächer hat der Wiener Kaffeesiederball seit vielen Jahren aufgegriffen, und sie avancierten bereits zu Sammlerobjekten. Jährlich wird ein Künstler:in ausgewählt, die durch die Arbeit die Brücke zwischen Tradition und Innovation schlägt.
Noushin Redjaian
Die einzigartige und hochwertige Kunstdamenspende wurde dieses Jahr von der österreichischen Künstlerin Noushin Redjaian gestaltet. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Installation, Objektkunst, Textil, Zeichnung und Poesie. Sie beschäftigt sich mit der Struktur von Symbolen, der materiellen Einbettung von Erinnerung und mit den Übergängen zwischen Sichtbarkeit und innerer Erfahrung. Ein wiederkehrender Bezugspunkt in ihrer Arbeit ist das kulturelle Wissen um textile Techniken, insbesondere die traditionelle Teppichrestaurierung. Die Werke von Noushin Redjaian stellen eine Verbindung zwischen Geschichte und zeitgenössischer Kunst her und transportieren die Kultur des Wiener Kaffeehauses in die Gegenwart.
Zwischen Nähe und Distanz – Sehen und Gesehenwerden
Für den Julius Meinl Kunstfächer arbeitet Künstlerin Noushin Redjaian mit dem Motiv des Blicks, das in vielen ihrer Werke eine zentrale Rolle spielt. Vor einem nächtlichen, in Ballrot gehaltenen Sternen- bzw. Kristallhimmel begegnet der Blick des Fächers dem Blick des Gegenübers. Sie knüpft an die historische Fächersprache an, in der der Fächer nicht nur der Kühlung diente, sondern auch als Mittel nonverbaler Kommunikation – zwischen Nähe und Distanz, Sehen und Gesehenwerden sowie dem Verbergen hinter dem Fächer. Die kristallinen Augen auf dem Fächerblatt verstärken die Präsenz des Blicks: Der Fächer „schaut“ weiter, selbst wenn der eigene Blick verborgen bleibt. So entsteht eine subtile Erweiterung des Sehens und zugleich ein Schutzraum. Der Fächer wird zur Maske und verleiht dem traditionellen Ballfächer eine zeitgenössische, poetische Dimension. So bietet der Fächer den Ballgästen nicht nur eine Erinnerung an einen unvergesslichen Abend, sondern auch ein kunstvolles Objekt mit Sammelwert.
Die Galerie Ernst Hilger fördert im besonderen Maße junge Künstler:innen und begleitet den Wiener Kaffeesiederball nun seit rund 30 Jahren.
Mehr Informationen unter:
- Noushin Redjaian – noushinredjaian.com
- Galerie Ernst Hilger – hilger.at
- Julius Meinl – juliusmeinl.com
- Künstlerhaus Wien – kuenstlerhaus.at
Noushin Redjaian
Ausstellung vom 20. Jänner – 4. März 2026
Galerie Ernst Hilger
Mehr Informationen unter: Galerie Ernst Hilger
©Fotos: Karol Walter Nuhn / Präsentation der Kunstdamenspende im Künstlerhaus Wien














