Interview mit Ketevan Papava
Erste Solotänzerin beim Wiener Staatsballett und der Star unserer Balletteinlage
Wir hatten die Möglichkeit Ketevan Papava auf einen Kaffee zu treffen. Sie ist im Rang einer Ersten Solotänzerin beim Wiener Staatsballetts, und bereits zum wiederholten Mal unser Star der Balletteinlage am Ball, gleichzeitig ist Sie das Gesicht unseres diesjährigen Ballplakates darüber hinaus ist Sie auch privat auf dem Wiener Kaffeesiederball seit vielen Jahren regelmäßiger Stammgast.
Lest hier nach, was Ketevan am Kaffeesiederball machen wird, wie sie zum Ballett kam und was ihre Verbindung zum Wiener Kaffeesiederball sowie zur Wiener Kaffeehauskultur ist.
1. Wer bist Du, wann hast Du Deine Leidenschaft für den Tanz entdeckt und beschlossen daraus Deinen Beruf zu machen?
Ketevan Papava:
Ich bin Ketevan Papava und ich komme aus Georgien. In meiner Familie ist Ballett in der DNA, im Blut, meine Mutter und meine Tante waren bereits Tänzerinnen, somit habe ich die Liebe zum Ballett bereits mit der Muttermilch bekommen. Ballett zählt zu den anspruchsvollsten künstlerischen Laufbahnen überhaupt, daher muss man sehr früh beginnen.
2. Du bist eine sehr vielseitige Tänzerin mit großer Ausdruckskraft, viele internationale Choreographen arbeiten gerne mit Dir zusammen. Wie siehst Du Dich? Eher als klassische Ballerina oder doch lieber im zeitgenössischen Tanz? Verändern sich die Vorlieben in unterschiedlichen Lebensphasen?
Ketevan Papava:
Ich möchte mich da nicht festlegen, das ist ja das spannende an meinem Beruf, ich kann in unzählige Welten eintauchen, viele unterschiedliche Figuren und Charaktere hineinschlüpfen und finde immer was von mir persönlich. Dazu arbeite ich mit den Choreographen in den jeweiligen Tanzstilen und ganz unterschiedlicher Musik! Das ist zwar sehr anstrengend, aber auch sehr erfüllend.
3. Weißt Du wie oft Du in der Balletteinlage des Wiener Kaffeesiederballs bereits mitgewirkt hast? Welche Eröffnung ist Dir als besonders in Erinnerung geblieben – Für uns ist Deine Verkörperung der Frida Kahlo nach wie vor legendär. Aber auch der 1. Ball nach der Pandemie mit Samson & Dalilah war ein Rausch der Sinne.
Ketevan Papava:
Die Zusammenarbeit mit dem Choreographen Lukas Gaudernak und auch mit Christof Cremer dem künstlerischen Leiter und Kostümbildner ist immer sehr familiär und ich genieße die besondere Atmosphäre der Hofburg und des Festsaals. Ich freue mich immer, wenn die Kaffeesieder mich einladen, am Ball mitzuwirken. Frida Kahlo war etwas besonderes. Es war damals ein Mexiko Ball, die Dynamik der Musik, der Charakter dieser Ausnahmefrau und Künstlerin, es war fast wie ein ganzer Ballettabend komprimiert in diese paar Minuten.
4. Und nach der Eröffnung?
Ketevan Papava:
Nach der Eröffnung den Ball privat zu genießen ist pure Freude. Auf der einen Seite ist man von der Eröffnung erschöpft, aber gleichzeitig ist noch so viel Adrenalin im Köper. Der Kaffeesiederball ist von seiner gesamten Atmosphäre besonders, er ist jedes Jahr anders und ich fühle mich immer als Prinzessin in einem Märchen… das ist Wien, das ist diese besondere Kultur.
5. Du wirst am kommenden Wiener Kaffeesiederball eine Ballett-Choreografie zu einer Tango Neuschöpfung „Tango goes electronic“ mit Miloš Todorovski tanzen. Was bedeutet der Tango als Tanz für Dich und bist Du eine leidenschaftliche Tangotänzerin?
Ketevan Papava:
Der Tango – besonders der Tango Argentino – hat mehrere typische Besonderheiten, die ihn von anderen Tänzen klar unterscheiden. Der Tanz findet in einer Umarmung statt und bildet eine intensive Verbindung zwischen den Tanzenden. Die Kommunikation passiert über minimale Körperimpulse statt über große sichtbare Zeichen. Es gibt beim Tango keine feste Schrittfolge, sondern ein gemeinsames Improvisieren und ein emotionales, leidenschaftliches Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz. Es ist eine Art natürliches Gehen im Rhythmus der Tango-Musik. Daher hat der Tango einen ganz besonderen Ausdruck und Wirkung.
6. Welche Tänze tanzt Du privat am liebsten?
Ketevan Papava:
Grundsätzlich bin ich für jegliche Tänze jederzeit zu begeistern. Gerade am Wiener Kaffeesiederball kann quer durch die Hofburg zu allen musikalischen Stilrichtungen getanzt werden, je nach Gusto. Persönlich liebe ich den klassischen Walzer sehr, da er typisch Wienerisch ist, in einem angenehmen Tempo getanzt werden kann und auch von ungeübten Tänzer:innen schnell erlernt werden kann.
7. Was ist Dein Tipp für unsere Ballgäste für eine perfekte Ballnacht am Wiener Kaffeesiederball?
Ketevan Papava:
Eine angenehme Begleitung und auf jeden Fall gute und bequeme Tanzschuhe! Die Hofburg ist groß und es gibt beim Flanieren sehr vieles zu entdecken. Es wäre schade, wenn die Füße einem einen Strich durch die Rechnung machen.
8. Last but not least: Was ist Dein Lieblingskaffee und wie verbringst Du Deine Zeit im Wiener Kaffeehaus?
Ketevan Papava:
Vor den Proben darf es gerne ein kleiner Espresso sein, vor allem wenn sie bis spät am Abend andauern. Ansonsten nutze ich im Kaffeehaus die Zeit um zu entspannen und vom hektischen Alltag etwas abzuschalten. Manchmal alleine, manchmal gerne mit Freunden zum Plaudern.
Vielen Dank für das Interview!




