Ketevan Papava und die Kunst der Gemütlichkeit

Im Ballmotto „Wiener Kaffeehauskultur – Die Kunst der Gemütlichkeit“ verdichten sich verschiedene Ingredienzien der Wiener Kaffeehauskultur. Neben kulinarischen Köstlichkeiten, Kaffee und Mehlspeisen und den Gastgeber:innen sind es die besonderen Inneneinrichtungen und die Architektur, die einen wesentlichen Anteil an der Atmosphäre in den Kaffeehäusern haben. Bekannte Künstler:innen und Architekt:innen, haben die Inneneinrichtung der Kaffeehäuser gestaltet. Wir feiern 2026 – rund um diese Künstler:innen – eine Reihe von Jubiläen.

Das Ballplakat 2026

Zu den Künstler:innen, die sich mit der Einrichtung von Kaffeehäusern beschäftigten und mit der Firma Backhausen kooperierten, zählt Reinhold Völkel. Vor 100 Jahren, 1926, kreierte der Maler und Innenarchitekt einen von barockisierten Formen und stilisiertem Blattwerk dominierten Entwurf (Backhausen-Design Nr. 10124), der symbolisch für das vielseitige Produktionsspektrum der Firma Backhausen steht, und den Einwohner:innen Wiens und den Besucher:innen aus aller Welt aufgrund seiner Verwendung im Traditionskaffeehaus Café Sperl noch heute tagtäglich begegnet. Dieser runde Geburtstag veranlasste Christof Cremer, den künstlerischen Leiter des Wiener Kaffeesiederballs, der auch das Ballplakat konzipiert hat, dieses Muster als Ausgangspunkt und zentrales Element zu verwenden.

Im Zentrum des Bildes ist Ketevan Papava zu sehen, Solotänzerin des Wiener Staatballetts – und Star der Balletteinlage 2026. Sie hat bereits bei einer Vielzahl von Eröffnungen des Kaffeesiederballs mitgewirkt. Allen voran ist ihre Verkörperung von Frida Kahlo beim Mexiko Ball 2010 legendär. Vielleicht erinnern sich noch einige: Auch auf dem Ballplakat 2018 war Ketevan als Kaffeehausgöttin, mit Anklängen an die Kuppel der Wiener Sezession zu sehen.  Fotografiert wurde sie für das aktuelle Ballplakat von dem jungen und talentierten Fotograf Ashley Taylor, der regelmäßig die Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts fotografiert. Mehr von seinen Arbeiten findet ihr auf Instagram unter https://www.instagram.com/_ashley.taylor_/

Auf dem für das Ballplakat 2026 aufgenommen Foto genießt unser Testimonial Ketevan einen Kaffee aus einer goldenen Kaffeeschale. Sie ist bereits fertig gestylt für einen Ballbesuch und trägt ein üppiges Ballkleid sowie eine klassische Ballfrisur. In der weiteren Bildebene verschmilzt sie im bekannten Stoffmuster von Reinhold Völkel mit dem Bildhintergrund.

Christof Cremer sagt dazu: „Das Ballplakat ist das Produkt eines intensiven Teamworks. Gestalter, Fotograf, Choreograph, Stylistin, Illustrator und Grafikerin haben hier mit dem Ziel zusammengearbeitet, für den Wiener Kaffeesiederball einen künstlerischen Blickfang der besonderen Art zu schaffen. – Ich denke, es ist geglückt!“

Wissenswertes:

Backhausen Firmenarchiv, Vermächtnis von Dr. Louise Kiesling im Leopold Museum

Das 1849 gegründete Unternehmen Backhausen verband Tradition und Moderne wie kein anderes. Seit Dezember 2023 befindet sich das 11.000 Objekte umfassende Firmenarchiv als Dauerleihgabe und Vermächtnis von Dr. Louise Kiesling im Leopold Museum und zeugt von der medialen sowie ornamentalen Vielfältigkeit des Textilproduzenten. Neben der Ausführung von Mustern, die den kollektiven sowie eher konservativen Publikumsgeschmack bedienten, verschrieb sich Backhausen der Zusammenarbeit mit den Protagonist:innen der Wiener Moderne, wie unter anderem Josef Hoffmann, Koloman Moser, Otto Wagner, Else Unger oder My Ullmann, und propagierte deren Erneuerungen auf künstlerischer Ebene. Zu den Künstler:innen, mit denen Backhausen kooperierte, zählte auch Reinhold Völkel.

Das Archiv wurde in einer fulminanten Ausstellung „Poesie des Ornaments“ im Leopoldmuseum Wien der Öffentlichkeit präsentiert:

https://www.leopoldmuseum.org/de/ausstellungen/144/poesie-des-ornaments